Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)
Vorarbeiter sollten die Kollegen nicht unter Druck setzen, an Beobachtungen teil zu nehmen. Das Management und die Steuerungsgruppe sollten das regelmäßig überprüfen und sich ggf. Gegenmaßnahmen überlegen (z.B. das Kriterium „Teilnahme an Beobachtungen“ bei der Vergabe für Preise an Arbeitsgruppen geringer zu gewichten).
Idealerweise sollten alle Mitarbeiter eines Betriebes eine Beobachterschulung durchlaufen, auch wenn das spätere Beobachten freiwillig ist. Mann erreicht so, dass alle wissen, worum es bei BBS geht. Für die Schulung der ersten Beobachter muss man mindestens einen ganzen Arbeitstag ansetzen. In den ersten Stunden geht es dabei um die Besonderheiten des verhaltensorientierten Ansatzes, der Rest des Tages ist dem Training gewidmet. Die künftigen Beobachter sollen lernen, beobachtbares Verhalten zu erkennen (pinpoint behavior), Beobachtungen durchzuführen und ihre Beobachtungen mit dem Kollegen zu besprechen. Am Besten geht das mit Videoaufnahmen von konkretem Arbeitsverhalten. Die Teilnehmer sollen das Verhalten beobachten und sich dann gegenseitig in Rollenspielen Rückmeldung über das Verhalten geben.
Wenn es nicht möglich ist, alle Mitarbeiter in relativ kurzer Zeit als Beobachter zu schulen, sollte man eine oder mehrere Einführungsveranstaltungen durchführen. Diese sollte mit relativ wenigen Teilnehmer (10 bis 12) stattfinden und der Präsentation vor dem Management ähneln.
Auch die Mitglieder der Steuerungsgruppe sollten in dieser Funktion geschult werden, v.a. wenn sie nicht an der Planungsgruppe beteiligt waren. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe müssen lernen, wie sie den BBS-Prozess einführen und aufrechterhalten. Die weitere Schulung neuer Beobachter kann auch über individuelles Training durch einen erfahrenen Beobachter geschehen. Der „ältere“ führt zunächst eine Beobachtung in Begleitung des Neulings durch. Anschließend führt der neue Beobachter eine Beobachtung in Begleitung des erfahrenen Beobachters durch.
Das Ergebnis der Planungsgruppe muss zuletzt vom Management „abgesegnet“ werden. Bei dieser Präsentation ist es wichtig, das Management auf seine aktive Rolle im BBS-Prozess vorzubereiten. Nur wenn das Management hinter dem Prozess und allen seinen Bestandteilen steht, kann er erfolgreich sein.
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