Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)
Die Beobachtung beinhaltet idealerweise das Vermitteln von Feedback. Je zeitnäher Feedback gegeben wird, desto effektiver ist es. Nur wenn das Unterbrechen der Arbeit ein Risiko darstellen würde, sollte man auf das unmittelbare Feedback verzichten. Der Beobachter sollte unbedingt im Vermitteln von Feedback geschult werden. Der häufigste Fehler beim Feedback ist die Schwerpunktlegung auf die Kritik an unsicherem Arbeitsverhalten.
Das Vermitteln von Feedback sollte in einem Dialog geschehen. Der Beobachter sollte zunächst diejenigen Handlungen hervorheben, die der Beobachtete richtig gemacht hat. Bei denjenigen Handlungen, die zu Bedenken Anlass gaben, sollte der Beobachter mehr auf die „richtigen“ Handlungen abzielen, z.B. indem er vorschlägt, wie man es hätte anders machen können.
Generell sollte das Vermitteln von Feedback in drei Schritten erfolgen:
Wenn der Mitarbeiter einen bestimmten Grund für sein (unsicheres) Verhalten hat (z.B. wenn eine bestimmte Sicherheitsausstattung nicht verfügbar war), sollte man das Ernst nehmen und in der Punktekarte vermerken, so dass die Steuerungsgruppe Maßnahmen ergreifen kann, um einen evtl. Missstand zu beheben.
Das Feedbackgespräch sollte keine Befragung und kein Vortrag sein, sondern ein Dialog, in dem beide Teilnehmer nach einer Lösung suchen. Dabei sollte der Beobachter vermeiden, rhetorische Fragen zu stellen (da diese zu aggressiven Reaktionen führen können) und Fragen zu stellen, die mit „Warum“ beginnen. Fragen nach dem „Warum“ führen in der Regel dazu, dass sich der Befragte verteidigt. Man kann dieselben Informationen auch durch Fragen erlangen, die mit „Wie“ oder „Was“ beginnen: „Was hat dich davon abgehalten, die Sicherheitsausrüstung anzulegen?“ hat eine ganz andere Wirkung auf den Befragten als „Warum hast du keine Sicherheitsausrüstung angelegt?“. Das Feedback kann auch einer ganzen Gruppe gegeben werden, wenn die Gruppe zusammen an einer Aufgabe gearbeitet hat. Insbesondere hier sind ja die Kollegen als Korrektiv gefragt, wenn einer sich unsicher verhält. Der Punkt der „Sorge um den Kollegen“ kann hier gut betont werden.
Ziel eines Feedbackgespräches ist es immer, Meinungsverschiedenheiten zu klären und einen Konsens zu erreichen. Wenn das nicht möglich ist, sollte der Fall nicht unter den Tisch gekehrt werden, sondern von der Steuerungsgruppe aufgegriffen werden.
Oder wählen Sie ein Kapitel: