Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)
Um die Verankerung von BBS in der Betriebskultur zu ermöglichen, ist nach Boyce und Roman (2003) v.a. eine intensive Schulung der verhaltensanalytischen Grundlagen erforderlich, die es ermöglicht, dass über diese Konzepte gesprochen wird und sie weiterverbreitet und genutzt werden, z.B. auch in anderen Bereichen (z.B. im Führungsverhalten). Hinzukommen muss die soziale Validität von BBS. Dies beinhaltet v.a. die Akzeptanz von BBS. Dazu müssen die Mitarbeiter den Prozess als fair, angemessen,, praktisch, konsistent und mit möglichst wenig unerwünschten Nebenwirkungen verbunden erleben. Ein Wechsel der Organisationskultur bringt immer eine Änderung der ursprünglichen Verhältnisse von Verhalten und Verstärkung mit sich. Das heißt, Verhalten, das ursprünglich zu Verstärkung führt, führt danach zur Extinktion und Verhalten, dass früher leicht zu Verstärkung führte, verlangt nun einen größeren Aufwand. Mitarbeiter können diese Änderungen als bedrohlich einschätzen, wenn sie nicht einen gleichzeitigen Zuwachs der Verstärkung in anderen Bereichen erleben. Die Mitarbeiter müssen folgende Frage für sich positiv beantworten können: Lohnen die Mühen, die die Einführung des Prozesses mit sich bringt, den Aufwand?
Wie kann man erkennen, ob die Mitarbeiter BBS akzeptieren? – Zum einen am verbalen Verhalten: Wenn die Mitarbeiter, die davon betroffen sind, positiv über BBS reden. Zum anderen am offenen nonverbalem Verhalten, an der aktiven Beteiligung an BBS.
Einige Faktoren erleichtern die Verankerung von BBS im Betrieb: Wenn Ressourcen für die Weiterverbreitung vorhanden sind, wenn die Maßnahme auf die Verhältnisse im Betrieb angepasst wurde, wenn die Schlüsselpersonen trainiert sind und beharrlich und enthusiastisch mitmachen, wenn die BBS-Maßnahme auch nötig war und wenn die Daten zeigen, dass BBS die Zielverhaltensweisen positiv beeinflusst.
Von besonderer Bedeutung ist die Einbeziehung der Mitarbeiter in die Entwicklung von BBS. Die Mitarbeiter sollten an der Entwicklung der Materialien und Prozesse aktiv teilnehmen. Sie werden wahrscheinlicher Strategien benutzen, die sie selbst entwickelt haben und sei es nur, um die Übereinstimmung von Reden und Handeln aufrechtzuerhalten.
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