Zerstört Verstärkung die "intrinsische Motivation"?

"Sozialwissenschaftler, die davor warnen, dass hohe Bezahlung das Interesse und die Motivation der Arbeiter zerstört, empfehlen selten einmal, dass auch Beratungsdienstleistungen und künstlerische Arbeiten nur gering belohnt werden sollten"
(Bandura, 1986, p. 236, Übersetzung CB).

Was ist der "Korrumpierungseffekt"?

Verhaltensanalytiker gehen davon aus, dass Verhaltensweisen, die wiederholt auftreten, durch Konsequenzen in der Umwelt des Organismus verstärkt werden. Diese wirkt sich auch in der praktischen Arbeit des Verhaltensanalytikers aus: Der Einsatz von Verstärkern ist mehr oder minder obligatorischer Bestandteil jeder verhaltensanalytischen Maßnahme.

Der Einsatz von externen Verstärkern (solchen, die offenkundig und leicht zu sehen sind) wird nicht von jedermann gut geheißen. Gerade kognitive Psychologen mutmaßen, dass diese externe Verstärkung die so genannte "intrinische Motivation" zerstören könnte. Das würde bedeuten: Wenn jemand für eine Tätigkeit, die er ohnehin schon gerne ausübt, zusätzlich belohnt wird, dann ist er anschließend weniger motiviert, dieser Tätigkeit wieder ohne Belohnung nachzugehen. Eine gewisse Augenscheinvalidität (anscheinende Richtigkeit) lässt sich nicht abstreiten: Wer einmal für sein Hobby gut bezahlt wurde und danach wieder diesem Hobby nachgeht, kann das Gefühl haben, dass jetzt "was fehlt".

Diese Behauptung - externe Verstärker zerstören die intrinsische Motivation - ist als "Overjustification Effect" (in etwa: Überrechtfertigungseffekt), Korrumpierungseffekt oder Verdrängungseffekt (intrinsische Motivation wird durch extrinsische verdrängt) bekannt. Im Folgenden soll durchgehend vom Korrumpierungseffekt die Rede sein.

Der Korrumpierungseffekt wird in der kognitiven Psychologie so gesehen: Wer eine Belohnung für etwas, was er ohnehin schon gerne tut, erhält, denkt sich gewissermaßen, dass er die Tätigkeit nun doch nicht so gerne tut, denn er wurde ja dafür belohnt. Bem (1967) formulierte das in seiner Selbstwahrnehmungstheorie, bezog sich aber auf alle Aktivitäten, also auch solche, an denen die Person wenig oder nur mittleres Interesse hat.

Dass dieser kognitive Prozess tatsächlich stattfindet, hat noch kein Forscher zeigen können. Noch nie wurde berichtet, dass ein erheblicher Anteil der Versuchspersonen nach einem entsprechenden Experiment gesagt hätte: "Mann, diese Belohnung hat mich wirklich dazu gebracht, die Sache neu zu überdenken. Jetzt sehe ich ein, dass ich Puzzle doch nicht so gerne mache wie ich bislang dachte". - Nie sagte ein Versuchsteilnehmer, dass er seine intrinsische Motivation an der Tätigkeit neu bewertet habe - oder etwas ähnliches, was darauf hindeuten könnte, dass dieser kognitive Prozess tatsächlich stattgefunden hat. Der kognitive Prozess wird schlicht vorausgesetzt und ist nur durch seine Folgen für das Verhalten erfahrbar.

Folgen für die Angewandte Verhaltensanalyse

Der Korrumpierungseffekt fand viel Aufmerksamkeit und schadete der Reputation verhaltensanalytischer Interventionen, denen nun unterstellt wurde, Menschen durch Süßigkeiten, Geld und andere externe Verstärker zu "verderben". Kohn (1993) forderte sogar, auf den Einsatz von Belohnungen in der Erziehung ganz zu verzichten. Kohn konnte sich dabei auf die traditionelle Haltung gegenüber "Belohnungen" stützen. Wir alle finden es anerkennenswerter, wenn jemand etwas (Erwünschtes) tut, ohne dass er dafür offenkundig belohnt wird.

Somit hatte dieses kognitive Konzept das laienpsychologische Verständnis und die vorherrschende Erziehungsideologie für sich.

Belohnen und Verstärken

Die (kognitive) Psychologie unterscheidet zwischen der externen Verstärkung und der so genannten Selbst-Verstärkung (vgl. Halisch, 1976): Damit ist nicht die Selbst-Verabreichung von (externen) Verstärkern gemeint - man gönnt sich selbst eine Tafel Schokolade für eine bestimmte Arbeit - sondern eine Art "verdeckte" Verstärkung. Dabei handelt es sich um einen angenommenen kognitiven Prozess, den man z.B. an der Genugtuung erkennen könne, die man empfindet, wenn man etwas richtig gemacht hat.

Verhaltensanalytiker kennen dagegen nur externe Verstärkung. Ein Verstärker ist aus verhaltensanalytischer Sicht immer ein Umweltereignis (wohingegen die oben erwähnte Genugtuung ein Verhalten wäre), das, wenn es kontingent auf ein Verhalten folgt, die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Verhalten wieder auftritt, erhöht. Dass das verstärkende Ereignis im Alltag nicht immer erkennbar ist, liegt unter anderem an der Lerngeschichte des Individuums, durch die eine besondere Form der Stimuluskontrolle entwickelt werden kann (man spricht dann vom regelgeleiteten Verhalten) und an den Besonderheiten der intermittierenden Verstärkung (vgl. Gewirtz, 1969).

Dass aber jedes Verhalten auf die eine oder andere Art und Weise durch Verstärker aufrechterhalten wird, ist ein verhaltensanalytisches Grundprinzip. Dabei muss jedoch zwischen dem umgangssprachlichen Belohnen und der Verstärkung von Verhalten unterschieden werden: Verstärkt werden kann nur ein Verhalten, belohnt wird meist die Person. Ein Verstärker ist etwas, dass gewissermaßen durch den, der ihn bekommt, definiert wird: Nur wenn die Rate des Verhaltens steigt, war das Ereignis ein Verstärker. Belohnungen dagegen werden mehr durch ihren Geber als solche definiert.

Die Definition von "intrinsischer Motivation”

Die Behauptung, "externe” Verstärkung (oder Belohnung) würde die intrinsische Motivation schwächen, wird von einigen Autoren (Herkner, 1986; Kohn, 1993) immer wieder als quasi selbstverständlich dargestellt. Dabei ist noch nicht einmal den Proponenten dieser Behauptung klar, was genau mit "intrinsischer Motivation" gemeint ist.

Steven Reiss (2005) nennt vier mögliche Definitionen von "intrinsischer Motivation".

1. Intrinsische Motivation als Kompentenz-Motivation
Für White (1959) ist die intrinsische Motivation der Kompetenzmotivation verwandt. Die Kompetenzmotivation zählt zu den Ich-Motiven der Psychoanalyse (neben Kompetenz sind das auch Spiel und Neugier). White (1959) ging davon aus, dass von diesen Ich-Motiven das Kompetenzmotiv das eigentliche Grundmotiv sei. Das heißt, wenn jemand neugierig ist oder spielen will, dann möchte er eigentlich nur seine Kompetenz erleben bzw. erweitern. Das klingt plausibel, aber freilich hat White (1959) keinerlei Kriterien genannt, anhand derer man die Ausprägung dieses Motivs messen könnte oder angegeben, was aus diesem Motiv folgt (also keine Vorhersagen gemacht).

Deci und Ryan (1985) lehnen sich eng an White (1959) an, wenn sie von intrinsischer Motivation sprechen. Menschen verhalten sich demnach intrinsisch motiviert, wenn sie sich kompetent fühlen. Für diese Annahme legen sie allerdings keinerlei Belege vor. Im Gegenteil, die Vermutung, dass Menschen, die großen Wert auf Kompetenz und Selbstbestimmung legen, ein überdurchschnittliches Interesse an Lernen und Spielen hätten - was sich ja aus dieser Definition ableiten ließe - ist falsch (so Reiss, 2000, 2004). Die intrinsische Motivation ist demnach nicht gleichzusetzen mit dem Motiv, kompetent zu sein.

2. Die Internale-Externale-Definition
Diese Definition ist eine moderne Variante des Geist-Körper-Dualismus. Schon Plato hat vermutet, dass die Bedürfnisse des Körpers mit denen des Geistes in Konflikt stehen: Dies ist der Grund, warum einige Philosophen und Theologen meinen, dass geistig tätige Menschen zölibatär leben sollten. Sex stört gewissermaßen das Streben nach Erkenntnis.

Deci (1975) und Deci und Ryan (1985) stehen in dieser Tradition, wenn sie Motive in intrinsische und extrinsische unterteilen und behaupten, dass intrinsische Motive "klar unterschieden von Trieben" (Deci & Ryan, 1985, S. 17, alle Übersetzungen CB) sind, weil Triebe durch "ein Defizit oder Bedürfnis in den Körpergeweben außerhalb des Nervensystems" (a.a.O., S. 61) verursacht werden. Heckhausen (1980) unterscheidet die intrinsische Motivation als von Anreizen, die in der Sache liegen, bedingt und die extrinsische Motivation als durch Anreize, die von Außen hinzu kommen, bedingt.

Anders gefasst sind extrinsische Motive auf Umweltfaktoren (z.B. die Deprivation von Essen oder Wasser) zurückzuführen, wohingegen intrinsische Motive auf internen Faktoren (z.B. Kognitionen) beruhen.

Reiss (2005) bezeichnet dies als eine "neurophysiologische Theorie, entwickelt auf der Grundlage von anekdotischen Beobachtungen" (2005, S. 3). Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür. Zudem können externe Faktoren (z.B. das Fehlen von Abwechslung) "intrinsisch" motiviertes Verhalten (z.B. Neugier) auslösen und interne Faktoren (Gedanken) extrinsische Motive (z.B. Hunger, Schmerzvermeidung) auslösen (ich denke ans Essen und bekomme Hunger).

3. Die hedonistische Definition
Diese Definition besagt: Wenn ein Verhalten "an sich" Freude bereitet, dann ist es intrinsisch motiviert, wenn das Verhalten einen externen Anreiz verlangt, dann ist es extrinsisch motiviert (so z.B. vertreten von Weiner, 1995).

Diese Definition klingt zunächst einmal sehr eingängig. Vergleichbare Positionen sind aber von Logikern schon längst widerlegt worden. Zum Beispiel argumentiert Bertrand Russell (1945) folgendermaßen: Vergnügen ist die Konsequenz, nicht die vorausgehende Bedingung der Befriedigung eines Bedürfnisses. Der Ablauf ist dieser: Erst (a) kommt ein Bedürfnis (z.B. das Bedürfnis nach Essen oder nach Abwechslung), dann (b) folgt die Antizipation des Vergnügens, wenn das Bedürfnis befriedigt ist, daraufhin (c) wird das Verhalten, das auf die Befriedigung des Bedürfnisses gerichtet ist, ausgeführt, worauf sich (d) die Befriedigung einstellt und daraufhin (e) Vergnügen empfunden wird.

Weiner (1995) sieht eine andere Reihenfolge vor: Erst (a) kommt ein Hinweisreiz, der die Möglichkeit ein bestimmtes Verhalten zu zeigen, ankündigt, dann (b) wird die Befriedigung, die bei der Ausführung des Verhaltens eintritt, antizipiert, worauf (c) die intrinsische Motivation oder Energie aktiviert wird, die wiederum (d) dazu führt, dass das Verhalten ausgeführt wird, was letztlich (e) zum Vergnügen führt.

Das befriedigende Ziel von Neugier ist aber Wissen, nicht Vergnügen, das befriedigende Ziel von Hunger ist Essen, nicht Vergnügen. Russell (1945) führt aus, dass Vergnügen eine Konsequenz der Befriedigung eines Bedürfnisses ist und nicht das, was verlangt oder benötigt wird: "Wenn ich hungrig bin, benötige ich Essen. So lange wie mein Hunger anhält, wird mir Essen Vergnügen bereiten. Aber zuerst kommt der Hunger, welcher das Verlangen ist; das Vergnügen ist die Konsequenz des Verlangens" (S. 779). Vergnügen kann kein Verhalten motivieren, wenn das Verhalten nicht wiederum von einem Bedürfnis (oder dem, was Michael, 1993, eine "establishing operation", eine etablierende Operation, nennt) motiviert wird: Eine Zeit der Einsamkeit lässt mich die Freude, Freunde zu besuchen, antizipieren. Die Freude und die Motivation ist nicht dem Zusammensein mit Freunden intrinsisch. Nach einer Weile mit meinen Freunden ist mein "Bedürfnis", mit ihnen zusammen zu sein, befriedigt, ein weiteres Zusammensein mit ihnen wäre lästig.

Wenn das Vergnügen der Tätigkeit inne läge, statt eine Konsequenz der Befriedigung eines Bedürfnisses zu sein, dann wäre die bloße Ausführung eines Verhaltens verstärkend. Selbstverstärkende Verhaltensweisen wiederholen sich bis zur Erschöpfung: Ein Beispiel sind die Selbststimulationen bei Autisten. Wenn intrinsische Motive wie Neugier und Spiel selbst-befriedigend (oder selbstverstärkend) wären, würden sie nicht so schnell befriedigt sein und enden, wie sie es für gewöhnlich tun.

Reiss (2005) bringt ein Beispiel: Nur wenn ich ausgeruht bin, verspüre ich das Bedürfnis nach Bewegung. Ich antizipiere das Vergnügen, das mir eine Wanderung bereiten würde. Nur wenn ich das Bedürfnis nach Bewegung verspüre, gehe ich wandern. Wenn dem Wandern selbst das Vergnügen intrinsisch wäre, müsste ich wandern, bis ich vor Erschöpfung umfalle. Wandern kann kein intrinsisch motiviertes Verhalten sein.

4. Die Mittel- und Ziel-Definition
Green und Lepper (1974) vertreten den Standpunkt, dass intrinsisch motiviertes Verhalten getan wird, weil die Person es tun will. Das Verhalten ist also das Ziel. Extrinsisch motiviertes Verhalten wird getan, weil man damit etwas anderes erreichen will, das Verhalten ist also nur das Mittel, um ein anderes Ziel zu erreichen. Herkner (1986) definiert ähnlich (und bringt auch noch die hedonistische Komponente ein): ""Ein Verhalten wird als intrinsisch motiviert bezeichnet, wenn es um seiner selbst willen durchgeführt wird (z.B. weil es angenehm und interessant ist). Ein Verhalten wird als extrinsisch motiviert bezeichnet, wenn es aus verhaltensexternen Gründen durchgeführt wird (z.B. um Belohnungen zu erhalten oder Bestrafungen zu vermeiden)" (S. 388f).

Ein Beispiel: Wenn ein Kind Ball spielt, dann tut es das um des Ballspielens willen, wenn ein Fußballprofi Ball spielt, dann tut er das, um Geld zu verdienen und seine Familie zu ernähren.

Auch hier muss wieder die Logik bemängelt werden: Das Kind, das Ball spielt, befriedigt ebenso ein Bedürfnis (das nach Bewegung) wie der Profifußballer (das nach Geld). Kein Verhalten ist ein Ziel in sich selbst: Lesen ist ein Mittel, um zu lernen (oder Neugier und das Bedürfnis nach Unterhaltung zu befriedigen), aber kein Selbstzweck.

Der größte logische Fehler ist aber die Anwendung dieser Definition auf den Korrumpierungseffekt: Wenn es einen Konflikt gibt zwischen einem "intrinsisch" motivierten Verhalten (Bücher lesen) und einem extrinsisch motivierten Verhalten (arbeiten, um Geld zu verdienen), dann ist das ein Konflikt zwischen zwei Zielen (Befriedigung des Bedürfnisses nach Wissen, bzw. Bedürfnisses nach Status, Wohlstand usw.). Ein Konflikt zwischen einem Mittel und einem Ziel ist nicht möglich, intrinsisch motivierteres Verhalten und extrinsische Motivation können nicht miteinander in Konflikt stehen.

5. Die verhaltensanalytische Sicht auf die "intrinsische Motivation"
Die verhaltensanalytischer Sicht (so z.B. Harrington & Wallace, 2005) auf die "intrinsische Motivation" ist folgende: Verhalten, das von Beobachtern als "intrinsisch motiviert" eingeschätzt wird, wird (wie jedes Verhalten) von Konsequenzen aufrechterhalten, die nicht offenkundig und leicht zu erkennen sind. Verhalten (wie z.B. Lesen oder Spielen), das für gewöhnlich als intrinsisch motiviert angesehen wird, wird durch die natürlichen Konsequenzen dieses Verhaltens aufrechterhalten. Der Unterschied zwischen "intrinsischer" und "extrinsischer" Motivation ist tatsächlich der zwischen "natürlicher" und "geplanter" Verstärkung (Ferster, 1967).

Ein natürlich verstärktes Verhalten ist z.B. das Umdrehen des Zündschlüssels im Auto. Dieses setzt ein "Bedürfnis" voraus (das Auto zu straten). Dieses "Bedürfnis" wird durch das Starten des Motors befriedigt, das Verhalten "Zündschlüsselumdrehen" wird verstärkt. Niemand muss neben dem Fahrer sitzen und ihn für das Umdrehen des Zündschlüssels loben oder ihm ein Zuckerl dafür in den Mund stecken. Dass aber dieses Verhalten "Zündschlüsselumdrehen" dennoch der Verstärkung bedarf, um aufrechterhalten zu bleiben, erkennt man daran, dass es nicht mehr gezeigt wird, wenn es nicht die erwünschte Wirkung zeitigt, wenn der Verstärker "Motor springt an" ausbleibt (wobei man hier den charakteristischen extinction burst beobachten kann, d.h. das Verhalten hört erst nach mehreren erfolglosen Versuchen auf). Ebenso verhält es sich mit den angeblich intrinsisch motivierten Verhaltensweisen: Der passionierte Bastler gibt sein Hobby auf, wenn die Verstärkung durch das erwünschte Ergebnis (z.B. ein funktionierendes Modellauto) nicht mehr eintritt, was beispielsweise vorkommen kann, wenn der Bastler aufgrund einer Erkrankung oder der Auswirkungen des Alters motorisch nicht mehr so geschickt ist wie früher.

Wie wird die "intrinsische Motivation" und der "Korrumpierungseffekt" gemessen bzw. untersucht?

1. Die Freie-Wahl-Methode
Die "intrinsische Motivation" wird (von den Anhängern des Korrumpierungseffekts) auf unterschiedliche Arten gemessen. Die verbreitetste Methode ist die "freie Wahl". Ein (oft nur mutmaßlich) intrinsisch motiviertes Verhalten wird in der Experimentalgruppe belohnt, in der Kontrollgruppe nicht belohnt (wobei die Gruppenzuordnung natürlich zufällig erfolgt). Anschließend haben alle Versuchspersonen die Wahl, weiter der Aktivität nachzugehen (oder nicht), ohne dafür eine Belohnung zu bekommen. Wenn sich die Versuchspersonen aus der Experimentalgruppe seltener für die Fortsetzung der Tätigkeit entscheiden als die Versuchspersonen aus der Kontrollgruppe, wird dies als ein Beleg für den Korrumpierungseffekt angesehen.

Soweit das Untersuchungsparadigma. Die Realität der Forschung zum Korrumpierungseffekt sieht (nach Reiss, 2005) etwas anders aus. Ergebnisse solcher Studien, bei denen sich beide Gruppen gleich häufig für die Fortsetzung der Tätigkeit entschieden (oder gar die Experimentalgruppe häufiger die Tätigkeit wählte als die Kontrollgruppe), werden von Anhängern des Korrumpierungseffekts oft zurückgewiesen, weil sie unterstellen, dass die Versuchspersonen in der Experimentalgruppe (trotzdem) eine weitere Belohnung erwartet hätten. Dummerweise kontrollieren die Forscher zum Korrumpierungseffekt ihre Versuche nicht auf den Effekt der fortgesetzten Erwartung, es gibt kein Maß dafür, ob sich eine Erwartung, wieder belohnt zu werden, herausgebildet hat.

Der Korrumpierungseffekt wird somit unwiderlegbar (im Sinne Poppers, 1972): Wenn die Versuchspersonen in der Experimentalgruppe in der Freie-Wahl-Situation das Zielverhalten zeigen, tun sie das aufgrund ihrer Erwartung, belohnt zu werden; wenn sie das Zielverhalten nicht zeigen, tun sie das, weil ihre intrinsische Motivation durch die Belohnung korrumpiert wurde: Was auch der Fall ist, der Korrumpierungseffekt wird bestätigt (so argumentieren tatsächlich z.B. Lepper & Greene, 1976 und Lepper, Henderlong & Gingras, 1999).

Die kognitiv orientierten Forscher zum Korrumpierungseffekt beschränken sich in der Regel auf einmalige Messungen in jeder der zwei Phasen. Bei "intrinsischer Motivation" wäre zu erwarten, dass ein Verhalten über einige Zeit hinweg stabil auftritt, ohne dass eine geplante Verstärkung gegeben wird. Diese Basisrate des Verhalten wäre zunächst, vor dem Experiment zu erheben, sodann wären auch mehrere Messungen während der Verstärkungsphase und der darauf folgenden Phase angezeigt.

2. Wie Verhaltensanalytiker den Korrumpierungseffekt untersuchen
Verhaltensanalytiker (z.B. Mintz, & Wallace, 2005) untersuchen den Korrumpierungseffekt mit Single-Subjekt-Experimenten im ABA-Untersuchungsdesign. Das heißt, es werden nicht Gruppen von Individuen untersucht, sondern jeweils einzelne Personen. Dabei wird das Verhalten dieser Personen unter drei Bedingungen untersucht, nämlich zunächst in einer unbeeinflussten Situation (Basisrate oder Phase A), dann unter den experimentellen Bedingungen (z.B. der Gabe von Verstärkern für das interessierende Verhalten, Phase B) und danach wieder unbeeinflusst (2. Phase A). Bei Untersuchungen zum Korrumpierungseffekt erfassen Verhaltensanalytiker zunächst eine Basisrate (Phase A) des "intrinsisch motivierten" Verhaltens. Hierbei werden so lange Messungen durchgeführt bzw. Daten erhoben, bis sich ein stabiler Trend zeigt, d.h. die Messwerte nicht mehr stark variieren. Sodann wird (Phase B), zunächst das Verhalten "extrinsisch" (z.B. durch kleine Geschenke, die sich die Versuchspersonen aussuchen durften) verstärkt, wieder, bis sich ein stabiler Trend zeigt. Zuletzt (zweite Phase A) wird die "extrinsische" Verstärkung wieder weg genommen und wieder die Rate des Verhaltens gemessen, bis die Rate stabil bleibt. Ist nun die Rate des Verhaltens niedriger als in der Basisraten-Messreihe, kann auf einen Korrumpierungseffekt geschlossen werden. Insbesondere mit mehreren Messungen in der letzten Phase eines solchen Experimentes kann auch gut auf einen Erwartungseffekt hin kontrolliert werden (wenn es einen solchen Erwartungseffekt gibt, müsste die Rate des Verhaltens allmählich unter die Basisrate sinken, nachdem die "extrinsische" Verstärkung weggefallen ist).

3. Der Selbstbericht
Die zweite Messmethode für intrinsische Motivation ist der Selbstbericht. Dieser beschränkt sich allerdings immer auf einige wenige Fragen, in der Regel nur ein bis zwei (in der Art: "Magst Du XY tun?"). Die Messgüte dieser Fragen (Reliabilität und Validität) ist unbekannt. Auch fällt auf, dass die Methode der "freien Wahl" und der Selbstbericht im selben Versuch oft widersprüchliche Ergebnisse liefern. Deci, Koestner und Ryan (1999) empfehlen hier, sich (z.B. bei Metaanalysen) auf die Studien zu beschränken, bei denen beide Methoden zum selben Ergebnis kommen. Die Logik dieser Argumentation ist schwach, solange der Grad der Fehlerhaftigkeit beider Instrumente nicht bekannt ist und beide an einem validen externen Kriterium geprüft wurden.

4. Unberücksichtigte Fehlerquellen in den Experimente
Der Korrumpierungseffekt resultiert, so die Befürworter, aus einem kognitiven Attributionsprozess: Die Person schreibt ihr ursprünglich intrinsisch motiviertes Verhalten nun der Beeinflussung durch die Gabe eines externen Verstärkers zu (vgl. oben). Tatsächlich kann aber auch etwas, das als eine Belohnung gedacht war, eine Bestrafung sein: Die in der Experimentalphase verwendeten "Belohnungen" könnten negative Gefühle auslösen.

Reiss und Sushinsky (1976) zeigten, dass Belohnungen (nicht Verstärker) durchaus negative emotionale Reaktionen auslösen können (z.B. Frustration, wenn die Belohnung ausbleibt, Scham, wenn die Belohnung als unangemessen betrachtet wird, hastiges Ausführen einer Tätigkeit, um so schnell wie möglich eine Belohnung zu bekommen usw.). Durch klassisches Konditionieren kann es vorkommen, dass diese negative Emotionen mit dem Verhalten in Verbindung gebracht werden und das Verhalten aufgrund der Belohnung vermieden wird. Auch kann die Belohnung von der Tätigkeit ablenken und so die Rate des Verhaltens senken. - All dies sind keine kognitiven Neubewertungsprozesse, sondern andere (ebenso unerwünschte) Nebeneffekt von "Belohnungen" (nicht Verstärkern).

In der Tat scheinen es einige Studien, die einen Korrumpierungseffekt nachweisen konnten, nachgerade darauf angelegt zu haben, zu bestrafen, nicht zu belohnen: Smith und Pittman (1978) gaben ihren Versuchspersonen Belohnungen für die erwünschte Tätigkeit. Jedoch bekamen die Versuchspersonen jeweils immer die geringst mögliche Belohnung - wobei die Höhe der Belohnung ein Hinweis auf die Qualität der Leistung war. Diese Art der Belohnung ist vergleichbar mit dem "Belohnen" eines Schülers, in dem man ihm immer eine "3-" oder eine "4" gibt: Er ist ja immer durch das Bestehen der Prüfung "belohnt" worden... Wenn der Schüler dann sein Interesse an der Schule verliert, liegt das sicher nicht an einer "kognitiven Neubewertung" seiner Lernaktivitäten aufgrund der belohnenden Noten.

Nur wenn die Alternativerklärung der Aktivierung negativer Emotionen durch die intendierte Belohnung ausgeschlossen wird, kann ein Experiment einen Nachweis für einen Korrumpierungseffekt liefern.

Forschungsergebnisse

Erste emprirische Belege für den Korrumpierungseffekt wurden von Deci (1971) erbracht. Die daran anschließende Forschung zeigt ein uneinheitliches Bild. Einige Untersuchungen erbrachten, dass Belohnungen die (wie auch immer gemessene) intrinsische Motivation verringerten, einige, dass sie sie erhöhten, andere, dass sie keinen Effekt hatten. Eine Meta-Analyse von Cameron und Pierce (1994), die 96 experimentelle Studien umfasste, sowie eine weiter von Eisenberger und Cameron (1996), kam zu dem Schluss, dass die negativen Effekte der Belohnung auf die intrinsische Motivation gering sind und leicht zu vermeiden. Eisenberger, Pierce und Cameron (1999) stellen fest, dass "Belohnung" nur dann einen negativen Effekt auf die Leistung hatte, wenn sie für das Erfüllen vager Kriterien vergeben wurde, nicht aber, wenn die eigentliche Leistung bewertet wurde.

Demgegenüber fanden Deci, Koestner und Ryan (1999) in einer Metaanalyse über 128 Studien, dass es bedeutsame negative Effekte gibt. Cameron, Banko und Peirce reanalysieren 2001 die nunmehr vorliegenden 145 Studien und kamen zu einer differenzierte Betrachtung. Ein negativer Einfluss auf die Leistung tritt nur in besonders spezifizierten Situationen auf. Die Ansicht aber von der generell schädlichen Auswirkung von Belohnungen auf die intrinsische Motivation ist ein Mythos. In der Tat fanden Cameron et al. (2001), dass Belohnungen nur dann einen negativen Einfluss auf die intrinsische Motivation hatten, wenn diese zuvor nur für das Ausüben der Tätigkeit vergeben wurden (nicht aber, wenn sie für gute Leistung kontingent waren). In den meisten Fällen hatte die externale Verstärkung sogar einen positiven Effekt auf die intrinsische Motivation, so z.B. wenn die Belohnungen für die Lösung einer Aufgabe vergeben worden waren oder dafür, dass die Versuchsperson besser als eine andere abschnitt. Cameron et al. (2001) fassen zusammen, dass ihre Metaanalyse keinen Hinweis auf schädliche Wirkungen von Belohnungen erbrachte ("In terms of the overall effects of reward, our meta-analysis indicates no evidence for detrimental effects of reward on measures of intrinsic motivation”, S. 21).

Ob eine Belohnung erwartet wurde oder ob sie unangekündigt vergeben wurde, scheint neueren Forschungen zufolge (Mintz, Wallace & Penrod, 2005; Mintz & Wallace, 2005) keine Rolle zu spielen. Sowohl bei frei wählbaren Spielen als auch bei schulischen Aktivitäten zeigte sich kein Rückgang der Rate des Verhaltens, wenn die Aktivitäten zwischenzeitig durch die Versuchsleiterin verstärkt worden waren.

Ob Belohnungen für Fähigkeiten oder für Anstrengung vergeben werden - in beiden Fällen schaden sie nicht der "intrinsischen Motivation". Lob ist im Umgang mit Kindern die häufigste Form von Verstärkung. Dabei muss man unterscheiden zwischen Lob für eine Fähigkeit und Lob für die Anstrengung. Teilweise wurde gemutmaßt, dass Kinder, die für ihre Fähigkeiten gelobt werden, eine ungünstige Haltung entwickeln, die sich darin äußert, dass sie jede Aufgabe als einen Test ihrer Kompetenzen betrachten. Lob für eine Fähigkeit sollte demnach dazu führen, dass das Kind sowohl Erfolge als auch Misserfolge seinen Fähigkeiten zuschreibt. Dagegen sollten Kinder, die für ihre Anstrengung gelobt werden, eine schlechte Leistung eher als korrigierbar betrachten und weniger als einen Mangel an Fähigkeiten. Diese Unterscheidung scheint einsichtig, sie ist aber empirisch nur schwach untermauert.

Weaver et al. (2003) ließen sieben Kinder ein 100-Teile-Puzzle bearbeiten. Gemessen wurden die aufgabenbezogene Ausdauer und die Leistung. Dabei lobte der Versuchsleiter das Kind jeweils in Zehn-Minuten-Intervallen entweder für seine Fähigkeit (z.B. "Du kannst aber toll Puzzle lösen") oder für seine Anstrengung (z.B. "Du strengst dich aber ganz schön an"). In Hinsicht auf die Ausdauer ergaben sich nur bei drei der Kinder geringe Unterschiede zwischen den beiden Lob-Bedingungen. Diese waren aber nicht einheitlich: Mal war die aufgabenbezogene Ausdauer unter der Fähigkeits-Lob-Bedingung, mal unter der Anstrengungs-Lob-Bedingung höher. Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich bei der Leistung beim Lösen des Puzzles. Auch hier waren einige Kinder unter der einen Bedingung besser, andere unter der anderen Bedingung. Für die meisten Kinder war der Unterschied zwischen Lob für Anstrengung und Lob für Fähigkeiten recht gering, abgesehen von einem Mädchen, das deutlich bessere Leistungen unter der Bedingung "Lob für Fähigkeiten" zeigte. Allerdings ist das Lösen eines Puzzles eine Aufgabe, die ebenso von Anstrengung und Fähigkeit wie auch vom Zufall abhängt.

Weaver et al. (2003) folgern, dass es vermutlich von der Lerngeschichte des Individuums abhängt, welche Art von Lob besser "wirkt". Da Lob zu den konditionierten Verstärkern zählt, ist dies auch nicht weiter verwunderlich: Was für den einen ein Verstärker ist, muss nicht für den anderen ein Verstärker sein. Frühere Studien zum Thema verwendeten inferenz- bzw. gruppenstatistische Methoden und konnten so nur einen schwachen Trend - mal in die eine oder andere Richtung - darstellen. Dies deutet darauf hin, dass es vermutlich keinen echten Trend in der Bevölkerung gibt. Ideographische Methoden (wie die erwähnten Singel-Subject-Experimente) scheinen hier angemessener zu sein.

Die Serie der Widerlegungen des Korrumpierungseffekts ließe sich beliebig fortsetzen. In einer Untersuchung im ABA-Design von Harrington und Wallace (2005) konnten die Versuchsperson, drei Kinder im Grundschulalter, für ihre selbstgewählten Spielaktivitäten Spielmarken erhalten, die sie gegen zuvor von ihnen ausgesuchte Gegenstände (T-Shirts u.ä.) eintauschen konnten. Zunächst (erste A-Phase) wurde die Basisrate der Aktivitäten erfasst (zwei Kinder wollten Rollschuhlaufen, eines wollte kleine Tiere sammeln). Anschließend (B-Phase) konnten die Kinder durch diese Aktivitäten Spielmarken (Tokens) verdienen. Die Rate der Aktivitäten stieg jeweils deutlich an. Aber auch, als die Möglichkeit, Tokens zu erhalten, wieder weg fiel (zweite A-Phase), blieb die Rate des Verhaltens erhöht und sank auch in einer Follow-Up-Untersuchung zwei Wochen später nicht unter die Basisrate.

Reaktionen der Anhänger des Korrumpierungseffekts

Die Anhänger des Korrumpierungseffekts reagieren auf die für sie ungünstigen Ergebnisse der Experimente und Metaanalyse teilweise recht bizarr. So bezeichnete schon Greene (1974) die Kritiker des Konzepts als "operante Partisanen" (S. 10) und Lepper, Keaveny und Drake (1996) bezeichnen die Verhaltensanalytiker, die den Korrumpierungseffekt prüften und aufgrund ihrer Experimente verwarfen, als "übersimplifizierende" Forscher, die Nuancen nicht berücksichtigen könnten (S. 5).

Alles in allem werden von den Anhängern des Korrumpierungseffekts an Studien, die keinen Effekt nachweisen konnten, höhere methodische Anforderungen gestellt als an solche Studien, die den Effekt nachweisen (so Reiss, 2005, S. 11).

Diese Voreingenommenheit kommt auch in der Metaanalyse von Deci und anderen (1999) zum Ausdruck. Deci et al. (1999) berücksichtigen in ihrer Metaanalyse nur Studien, bei denen ein Verhalten untersucht wurde, für das die Versuchspersonen ein ursprünglich sehr hohes Interesse zeigten. Als Grund geben sie an, dass so Bodeneffekt durch uninteressante Tätigkeiten vermieden werden. Was sie nicht berücksichtigen, ist, dass sie dadurch einen Deckeneffekt in Kauf nehmen, der als Korrumpierungseffekt interpretiert werden kann: Wenn eine Versuchsperson eine Tätigkeit (vor Testung) gerade sehr häufig macht oder gerade ein sehr hohes Interesse an dieser Tätigkeit hat, ist es alleine schon aufgrund des Regressionseffektes wahrscheinlich, dass dieses Interesse im Lauf der Testung nachlässt (auf Spitzenwerte folgen gewöhnlich keine Spitzenwerte sondern niedrigere Werte).

Andere Gründe, um Studien, die den Korrumpierungseffekt nicht nachwiesen, zurückzuweisen, sind für seine Anhänger schnell bei der Hand. Solche Studien wurden schon abgelehnt, weil sie angeblich nicht genug auf die Erwartungshaltung der Teilnehmer hin kontrollierten. Andererseits wurden Studien akzeptiert, bei denen die Teilnehmer durch die Art der Belohnung von der Tätigkeit abgelenkt werden konnten (wenn das Spielzeug, das es zur Belohnung erhalten hat, neben dem Kind liegt, konzentriert es sich ggf. nicht mehr so sehr auf seine Aufgabe wie zuvor...).

Die oben genannten und von Reiss und Sushinsky bereits 1976 formulierten methodischen Bedenken werden kaum berücksichtigt. Deci et al. (1999) akzeptierten für ihre Metaanalyse auch Versuche mit einmaliger Belohnung: In der Welt da draußen wird aber nicht nur einmalig belohnt, sondern über längere Zeit hinweg. Ganz allgemein scheint der Unterschied zwischen dem einmaligen, nicht vom Zeigen des Verhaltens abhängigen (d.h. kontingenten) Belohnen und kontingenter, über längere Zeiträume sich erstreckende Verstärkung den Anhängern des Korrumpierungseffektes nicht geläufig zu sein.

Zusammenfassung

Der Korrumpierungseffekt besagt, dass die sogenannte intrinsische Motivation durch externe Verstärkung gemindert wird. Dabei ist schon das Konzept der intrinsischen Motivation widersprüchlich und teilweise unlogisch. Die empirische Forschung liefert bei kritischer Betrachtung keinen eindeutigen Beleg für den behaupteten Effekt. Ein Großteil der Forschung krankt zudem an methodischen Schwächen. Gegenteilige Befunde, die zeigen, dass "externe" Verstärkung auch ein Verhalten, das zuvor schon mit einer hohen Rate auftrat, noch weiter stärkt oder zumindest nicht schwächt, gibt es dagegen zuhauf. Die etwaigen negativen Nebeneffekte eines unreflektierten Einsatzes von "Belohnungen" lassen sich durch die Berücksichtigung grundlegender verhaltensanalytischer Prinzipien des Verstärkereinsatzes leicht vermeiden.

Literatur

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zuletzt verändert am 04.11.2006